Flugziele/Paris
Paris!

*Die* Stadt. Stadt der Liebe. Stadt der Künste. Stadt der Architektur. Und was nicht noch alles. Auch für mich ist Paris *die* Traumstadt Europas. Seit gut 15 Jahren bin ich praktisch jedes Jahr mindestens einmal dort. Gelegentlich auch mal mit der Linie, meist aber per GA. Mit einem halbwegs schnellen Flugzeug ist Paris von Deutschland kommend in 2-3 Stunden zu erreichen, und zwar dies, ohne größere Strecken über Wasser oder über hohe Berge überfliegen zu müssen. Daher ist (zumindest nach IFR) Paris eigentlich immer gut und zuverlässig planbar. VFR natürlich ein klein bisschen weniger.

Zunächst kurz zum Luftraum von Paris: Paris hat in Form der Paris TMA einen riesigen Klasse-A Luftraum, welcher für VFR-Piloten ein großer Faktor ist. Im Umland von Paris liegt die Untergrenze teilweise bei 1500 Fuß MSL, häufig bei Gelände- und Hindernishöhen von deutlich über 500 Fuß MSL! Daher bitte gut aufpassen bei der Planung und während des Fluges!

Früher war übrigens auch die CTR von Paris Klasse A. Da dies aber von SERA verboten wurde, hat man kurzerhand zwar die CTR in Klasse D umgestellt, gleichzeitig aber eine stattliche LF-R (Nr. 275) über der Stadt eingerichtet, die faktisch den Einflug für VFR-Flieger verbietet. Dazu kommt, dass die französischen Regelungen zu den Mindestflughöhen ohnehin keinen legalen Überflug zulassen würden. Es bleibt also dabei: als VFR-Flieger gibt es keine Chance, Paris so richtig aus der Luft zu erleben. Lediglich wenn man Instrumentenanflüge auf die Plätze von Le Bourget (ILS/RNAV 07) oder Toussus-le-Noble (ILS 25R) fliegt, kommt man in gewissem Maße in diesen Genuss.

Außerdem wurde 2014 eine Art RMZ über dem gesamten Großraum Paris eingeführt. Dies geschah technisch durch eine LF-R, Nr. 324, deren einzige Bedingung für den Durchflug die Hörbereitschaft auf der Frequenz von Paris FIS ist. Hintergrund ist, dass man versehentliche Verletzungen des Luftraum A oder der Paris CTR so zügig wie möglich bemerken will, damit im Falle der Fälle vom FIS noch entsprechend gegengesteuert werden kann.

Flughäfen / Flugplätze

Bevor wir zu den einzelnen Flughäfen und Flugplätzen der Stadt kommen, möchte ich für VFR-Piloten, die ausgiebig im Großaum Paris fliegen möchten, eine DVD empfehlen. Diese heißt "Paris en V.F.R" und stellt alle im Umland von Paris gelegenen Flugplätze vor und schildert die Besonderheiten des Anflugs. Allerdings ist diese DVD nur auf französisch erhältlich. Preis: ca. 20 Euro.

1. IFR-Plätze:

Was IFR-fähige Flugplätze und Flughäfen angeht, so siind diese im unmittelbaren Raum von Paris leider eher rar gesäht. Zumindest für die "kleine" GA. Denn die "große GA" hat mit dem Flughafen Le Bourget (LFPB) im Norden der Stadt natürlich ein sehr zentrales Juwel mit allen möglichen Services und direktem Anschluss an die RER. Le Bourget war schon immer recht teuer (ich bin 2002 hier gelandet und habe, wenn ich mich recht erinnere, damals ca. 150 Euro bezahlt). Zwischenzeitlich sind die Preise immer mehr hoch gegangen und liegen bei ca. 500 Euro pro Landung für eine Einmot plus ca. 200€ pro 24h Parken. Dabei ist es relativ egal, an welchen Handling-Agent man sich wendet; die scheinen sich untereinander abgesprochen zu haben. Außerdem gibt es in Le Bourget seit ein paar Jahren auch kein Avgas mehr. Immerhin, der Platz ist rein auf die GA zugeschnitten und behandelt diese natürlich fürstlich. Auch VFR-Flieger dürfen den Platz nutzen, es gibt dafür aber eine gesonderte PPR-Prozedur. Außerdem gibt es permanent die Möglichkeit zu Zoll / Einreise, was den Platz in Paris einzigartig macht.

Auch Paris-Orly (LFPO), genauso stadtnah wie Le Bourget, allerdings im Süden gelegen, gehört in die ähnliche Kategorie (streng PPR, Handling, teuer). Im Gegensatz zu Le Bourget gibt es hier auch reichlich Linienverkehr, so dass davon auszugehen ist, dass man wenig mit kleinen GA-Flugzeugen anfangen kann. Leider habe ich hier keine aktuellen Richtpreise vorliegen. Auch hier kein Avgas. GA Handling-Agent ist Advanced Air Support.

Toussus Le Noble (LFPN)

Dies ist (trotz gewisser Einschränkungen, siehe weiter unten) der insgesamt beliebteste IFR-Platz der Stadt für die kleine GA. Aber auch VFR-Piloten nutzen ihn häufig. Es ist schlicht der größte und bedeutsamste GA-Flugplatz der Metropolregion Paris. Zoll (also für Einreise z.B. aus der Schweiz) ist mit Voranmeldung möglich; Einreise (also für Flüge z.B. aus UK oder Irland) allerdings leider seit ein paar Jahren gar nicht mehr.

Er liegt im Westsüdwesten von Paris, in der Nähe von Versailles. Dies führt dazu, dass er für Flüge von Deutschland nach Paris (solange man danach nicht noch weiter nach Süden oder Westen möchte) ungünstig gelegen ist; insbesondere als VFR-Flieger muss man von Osten kommend zunächst (meist mit Turbulenzen) in Ameisenhöhe komplett um die Stadt herum, in einer Gegend, in der sehr viel VFR-Verkehr herrscht und der Luftraum äußerst komplex ist. Außerdem verbrät man unnötig Treibstoff und Flugzeit. Für IFR-Flieger hingegen ist - bei gutem Wetter - der Anflug auf die 25 natürlich ein Traum, da man direkt über die südliche City von Paris geführt wird. Auch beim IFR-Abflug von der 07 bekommt man meist noch mal gute Blicke über die City.

Ich bin ich kein so großer Fan von dem Platz und war auch erst einmal (vor mittlerweile einigen Jahren) dort; wer kein IFR braucht, sollte meines Erachtens eher z.B. nach Lognes (LFPL, siehe weiter unten) oder St. Cyr (LFPZ, siehe ebenfalls weiter unten) fliegen. Toussus hat außerdem gewisse Betriebseinschränkungen:

Beim VFR-Anflug muss man natürlich gut auf Verkehr und die Lufraumstruktur achten. Der Platz liegt innerhalb einer LF-R (35); die einzige Bedingung, um in sie einzufliegen ist, mit Toussus TWR in Funkkontakt zu stehen. Es ist also nichts weiter als eine Art RMZ; eine CTR hat der Platz - trotz TWR - nicht! Die weiteren Anflugdetails sollte man natürlich vorab gut studieren. Wichtig: von April bis September ist der Flugbetrieb sonntags von 12:00-15:00 Uhr lokal untersagt (Lärmschutz). Auch in den Nachtstunden darf in Toussus kategorisch nicht geflogen werden.

Die größte Einschränkung aber: außerhalb der Betriebszeiten des Towers dürfen seit einiger Zeit platzfremde Luftfahrzeuge überhaupt nicht mehr fliegen, außer mit behördlicher Genehmigung*. Dazu kommt, dass es keine fest definierten ATS-Öffnungszeiten gibt, sondern diese jeweils zum Ende des Monats für den Folgemonat per NOTAM veröffentlicht werden. Dabei gibt es kaum Regelmäßigkeiten; sprich an manchen Tagen ist überhaupt kein ATS verfügbar, der Platz dann also für Gäste geschlossen. Sehr langfristig planen kann man Flüge nach Toussus also nicht!

*Wer es versuchen möchte, der sollte auf französisch eine e-mail an das zuständige Luftamt, die DSAC Nord schreiben. Adresse: franck.bouniol AT aviation-civile.gouv.fr. Dabei mitteilen, dass man in der Lage ist, den Funk auf Französisch durchzuführen, dass man mit dem Flugplatz vertraut ist und außerdem einen Scan des Lärmzeugnisses beifügen.

Und noch was: während der jährlichen Paris Air Show (Juni) geht der Platz völlig "in Tilt". Es gilt dann Handling-Pflicht, und Parkplätze gibt es dann auch keine. Also auch deshalb: frühzeitig die NOTAMs checken!

Man muss (und kann) in Toussus vor Ort keine Landegebühren bezahlen. Die Rechnung wird - zumindest theoretisch - per Post versandt. In der Praxis kommt oft nichts, was als Pluspunkt zu werten ist. Wenn sie aber kommt, ist der Platz aber gar nicht so ganz billig. Das Landen ist mit ca. 20 Euro zwar noch OK, aber das Parken kostet 46 Euro pro 24h! Wenn man nach dem Flug eine Mail an den Platz schickt, bekommt man die Rechnung mit Sicherheit zugeschickt. Die Frage ist, ob man dazu verpflichtet sein kann.

Für Avgas gibt es eine TOTAL-Tankstelle, aber ohne Automat, d.h. man braucht so oder so einen Tankwart, welchen man vom "Terminal" aus rufen kann oder auch über die Ground-Frequenz herbeiholen. Bezahlung dann mit der TOTAL-Card oder auch mit normaler Kreditkarte möglich.

Ansonsten fühlt man sich auf dem Platz etwas "lost" und "alone". Er ist eigentlich kaum auf Besucher eingestellt, sondern mehr auf den "home-based traffic". Man sollte nicht auf den Parkplätzen 40-43 parken; diese sind für großes Gerät und kosten kräftige Parkgebühren. Für fremde Kleinflugzeuge gibt es insgesamt nur 13 Parkpositionen auf Asphalt, welche häufig voll sind; man muss dann auf Gras ausweichen. Hangarplätze sind auf Anfrage in der Regel verfügbar. Rein und raus aus dem Flughafengelände kommt man mit einer Zugangskarte (welche man beim Verlassen aus einem Automat erhält) und entsprechenden Kartenautomaten und gesicherten Türen. Immerhin, es gibt zwei Restaurants (das offizielle Airport-Restaurant heißt "Le Bouchon"; dazu gibt es noch ein Aeroclub-Restaurant) und auch einen Pilot Shop am Platz.

Taxis sind wie immer recht teuer. Wenn man direkt nach Paris fahren möchte, kostet dies ca. 70 Euro (www.marcel.cab soll günstiger sein). Die meisten Leute fahren daher mit dem Taxi für ca. 20 Euro nur bis zur RER-Station von Versailles (Chantiers) und nehmen dann die Bahn in Richtung Paris-Montparnasse. Zum Schloss von Versailles sind es per Taxi ca. 30 Euro. Es gibt aber auch Avis und Europcar in der Nähe des Platzes, die möglicherweise auf Wunsch Autos am Platz bereitstellen. Ich empfehle aber das Autofahren in Paris nicht.

Bei Abflug, auch nach VFR, wird von GND ein startup request erbeten.

Pontoise (LFPT)

Die Stadt Pontoise und dessen GA-Flughafen (bei den Locals eher unter dem Namen "Cergy" bekannt) liegt nordwestlich von Paris, also meist auch nicht so ganz ideal. Außerdem schon ein klein wenig weiter weg von Paris. Er ist die Heimat eines der größten Aeroclubs Frankreichs, des "Aeroclub Hispano Suiza". Er hat eine ganz beachtliche Flotte (vor allem Cessnas).

Auch dieser Platz ist leider nicht allzu sehr auf Besucher eingestellt. Es gibt nämlich kaum "freie", also für Gäste vorgesehene Parkflächen; noch weniger als in Toussus. Diese sind südlich der Schwelle der Piste 30. Die Asphaltfläche im Norden der Piste 12/30 ist PPR. Es ist allgemein klug, das Thema Parken vorab zu klären. Handling ist grundsätzlich nur für Flugzeuge >3,5 Tonnen Pflicht. Auch ULs sind grundsätzlich PPR.

Auch hier gilt: Zoll (also für Einreise z.B. aus der Schweiz) ist mit Voranmeldung möglich; Einreise (also für Flüge z.B. aus UK) allerdings gar nicht mehr (siehe AIP/VAC).

Und, auch hier gilt - wie in Toussus - gut die NOTAMs zu checken, insbesondere wegen Tagen, an denen kein ATS verfügbar ist (wobei hier zumindest grundsätzlich das Fliegen außerhalb der ATS-Zeiten für Platzfremde erlaubt ist).

Avgas gibt es von TOTAL, mit Automat für das Carnet. Wer das nicht hat, kann sich z.B. an den Club Hispano-Suiza wenden. Jet-A ist PPR. Die Landegebühren sind absolut moderat. Die Parkgebühren sind allerdings auch hier genauso hoch wie in Toussus, also knapp 50€ pro 24h! Es gibt ein kleines, vom Aeroclub betriebenes Restaurant am Platz (!La Cigogne"). Abgesehen von Tower sprechen am Boden aber wie so oft nur wenige Leute passabel englisch.

Was den Bodentransport angeht, so nimmt man in der Regel ein Taxi zur RER von Cergy. Aber auch hier ist es schlicht nicht immer so einfach, überhaupt an ein Taxi ranzukommen. UBER hilft. Ein nomales Taxi ganz bis nach Paris kostet auch hier ca. 70 Euro.

Beauvais-Tillé (LFOB)

Dieser Platz ist eigentlich schon nicht mehr als "im Pariser Raum" zu bezeichnen, denn die Stadt Beauvais liegt satte 70 Kilometer nördlich. Dennoch kann der Platz unter gewissen Umständen Sinn machen, denn 1. gibt es dank Ryanair regelmäßige und günstige Busse direkt nach Paris (sowie natürlich auch Mietautos) und 2. ist es in der gesamten Region der einzige bezahlbare IFR-Platz mit Einreisemöglichkeit, also für Flüge von und nach UK, Irland oder die Kanalinseln. Außerdem ist er bis spät (22:30h) mit geöffnetem Tower, also auch mit englischem Funk anfliegbar.

Leider ist der Platz am Boden ein bisschen umständlich (Sicherheit...), da er eben voll auf Ryanair und Co. eingestellt ist. Es gibt aber Avgas (mit normaler Kreditkarte direkt am Tankautomat bezahlbar!). Parken auf Gras, auf der Nordostseite des Platzes. Die (knappen) Asphaltflächen sind zum Parken für platzfremde Maschinen PPR. Insgesamt ist man nicht besonders auf GA-Besucher eingestellt. Wie gesagt; der Platz dient hauptsächlich dem Linienbetrieb; ein bisschen lokale GA wird dazu "toleriert". Dennoch: Geringe Gebühren. Einschränkungen für den Nachtflug gibt es wirklich nur mitten in der Nacht.

Außerdem sei am Rande gesagt, dass auch die Stadt Beauvais selbst eine gewisse Besonderheit hat: Die dortige Kathedrale war seinerzeit im ausgehenden Mittelalter ein Riesen-Projekt und sollte die von Amiens noch überstrahlen. Und tatsächlich: hinsichtlich der Innenhöhe ist es heute noch die höchste Kirche der Welt; höher noch als der Petersdom. Äußerlich allerdings wurde die Kirche letztlich nie ganz fertiggestellt - die Kirchenspitze fehlt quasi.

2. VFR-Plätze

Nun zu den wirklich schönen und unkomplizierten, sowie zumeist recht stadtnahen Flugplätzen im Pariser Raum.

Lognes-Emerainville (LFPL)

*Der* VFR-GA-Platz im Osten der Stadt. Lognes ist ein Vorort von Paris und ist über die rote RER-Linie mit Paris (Nation, Gare de l'Est, Chatellet / Les Halles) verbunden. Der Flugplatz ist ein viel beflogener GA-Platz mit Tower, aber ohne CTR und ohne IFR-Verfahren (bei Bedarf wochentags IFR-Letdown in Melun LFPM fliegen - dort allerdings seit 2016 kein ILS mehr). Vor allem am Wochenende können teilweise bis zu zehn Flugzeuge in den Platzrunden sein! Die asphaltierte Piste ist 700 Meter lang, also nicht unbedingt riesig. Viel Wald und Bebaauung im Umfeld; Notlandeflächen sind sehr rar.

Auch dieser Platz hat Ende 2016 leider seinen Status als Grenzübergangspunkt verloren; Direktflüge von und zu den Britischen Inseln z.B. (außerhalb Schengens) sind somit leider überhaupt nicht mehr möglich. Auch Zollplatz ist Lognes seit 2018 nicht mehr, so dass auch Direktflüge z.B. von und in die Schweiz nicht mehr möglich sind.

Y-Pläne nach LFPL sollen als letzten IFR-Wegpunkt BRY aufführen. Da man beim Anflug aufgrund der Pariser Luftraums nur ca. 1000 Fuß AGL fliegen darf, kommt der Funkkontakt mit dem Tower oft erst ca. 5-10 Meilen vor dem Platz zustande. Der Turm funkt zwar sehr gut in Englisch, man muß aber davon ausgehen, dass die anderen Piloten in der Platzrunde das nicht verstehen. Also gut aufpassen; es kann es bei viel Betrieb schon mal hektisch werden. Es gibt auch ein Verfahren für einen Direktanflug, man muss sich aber etwas mit der Anflugkarte auseinandersetzen, denn es gelten recht strenge Lärmschutzverfahren. Außerdem ist natürlich der Rand der Paris CTR nicht weit.

Tanken kann man selbstständig mit Total-Carnet oder mit Kredikarte, wenn man Personal von einer der Flugschulen hinzu holt (allerdings ist dann die recht lange Mittagspause zu berücksichtigen). An der Tanke soll immer Richtung Westen gestanden werden; das nehmen die dort irgendwie wichtig. Die Landegebühr ist mit 8 Euro für Pariser Verhältnisse fantastisch niedrig, Abstellgebühren gibt es auch nicht! Die Gebühr kann man nicht vor Ort bezahlen (Formular ausfüllen).

Leider gibt es auch hier nur wenige Asphaltabstellflächen für Fremde. Diese sind meistens belegt. Wenn man unbedingt auf Asphalt will, sollte man vorher einen Platz reservieren". Ansonsten parkt man auf einer Grasfläche, die aber absolut in Ordnung ist.

Das Flugplatzrestaurant "Le Briefing" ist gut (sehr leckeres Tartare, Weine teuer). Leider nur wochentags geöffnet.. An deren hilfsbereites Personal sollte man sich auch wenden, wenn man Probleme hat, ein Taxi zum Platz zu kriegen.

Die RER-Station erreicht man mit einer kurzen Taxifahrt. Kosten pro Fahrt ca. 14 Euro. Das Problem: manche Taxifahrer weigern sich, diese Fahrt durchzuführen, weil sie zu wenig Umsatz bringt. Unten im Towergebäude sind zahlreiche Taxinummern angeschlagen.

Die RER fährt alle 10-15 Min. (auch sonntags!) für wenig Geld zügig nach Châtelet, Étoile, etc.

Wenn man kein Taxi bekommt, so ist es zur Not mit leichtem Gepäck auch möglich, zu Fuß die Strecke zwischen Flugplatz und Bahnhof (ca. 2,8 km) zu bewältigen; wenn man den idealen Weg kennt (smartphone + google maps hilft), sind es 25 Minuten.

Eine Taxifahrt direkt nach Paris kostet ca. 60-70 Euro und ist meist auch nicht schneller als der Weg via RER. Zur Vollständigkeit sei noch gesagt, dass es in LFPL auch eine Hertz-Autovermietung direkt am Platz gibt. Ohne Vorbestellung geht allerdings nichts. Außerdem ist es eher Wahnsinn, mit dem Auto in die Innenstadt von Paris zu fahren. Auch wer "nur" zum nahen Euro-Disneypark möchte, sollte besser die Bahn nehmen.

Der IFR-Pickup beim Start ist leider stets sehr zäh; es dauert nach meiner Erfahrung jedes Mal mindestens 10 Min. bis man vom FIS an "Control" übergeben wird und in den kontrollierten Luftraum steigen kann; Dazu viel VFR-Verkehr in der Gegend! Evtl. geht's mit dem Pickup schneller, wenn man direkt Paris Control ruft; Frequenz: 131.175.

Chelles-Les Pin (LFPH)

Wir bleiben im Osten der Stadt; nur ein wenig nördlich von Lognes gibt es noch den Grasplatz Chelles-Les Pin. Dieser liegt rein geogrpahisch noch ein klein wenig näher an Paris als Lognes - macht aber nicht viel aus. Es gibt keinen ATS an diesem Platz, d.h. man sollte idealerweise den Funk auf Französisch machen können. In Anflug ist mindestens genauso sehr auf die nahe Paris CTR zu achten wie in Lognes. Die Graspisten sind nur 650 und 600 Meter lang.

Auch hier Avgas von TOTAL-Tanke mit Carnet-Automat. Sonst benötigt man Hilfe vom Club.

Die Distanz zum örtlichen Bahnhof ("Chelles-Gournay") ist minimal länger als in Lognes und auch nicht so schön zu gehen. Daher zu Fuß eher nicht zu empfehlen. Wenn man Glück hat, fährt einen jemand vom Club zum Bahnhof. Auch die Buslinie B fährt am Flugplatz vorbei und geht zum Bahnhof.

Ein sehr empfehlenswerter Platz ohne Gebühren und mit netten Leuten.

Le Plessis-Belleville (LFPP)

Wir gehen noch etwas weiter nach Norden und sind nun exakt im Nordosten von Paris. Der Platz von Le Plessis-Belleville liegt schon etwas weiter von Paris entfernt als Lognes und Chelles, aber auch er ist dank passabler Zuganbindung gut geeignet. Auch hier kein ATS, sondern nur A/A; auch hier ist die Asphaltpiste 700 Meter lang. Weniger Verkehr als in Lognes. Am Platz ist die Pariser Vertretung von Cirrus beheimatet.

Auch hier gilt: max 1500 Fuß und gut auf den Luftraum von Charles-de Gaulle achten.

Vorteil gegenüber Lognes: bis zum Bahnhöf sind es nur 1,7km, d.h. die Strecke ist, wenn man zu Fuß gehen will / muss, kürzer. Allerdings führt sie am Rand einer recht viel befahrenen Straße entlang, was nicht so toll ist. (Wer ein Taxi für den Weg zum Bahnhof vorzieht, findet hier ein paar lokale Nummern.)

Dennoch: wenn man zu Fuß geht, sollte man am bsesten nach der Landung auf der Grasfläche vor der Halle des Aeroclub Renè Mouchotte (ganz im Westen des Platzes) parken, um den Fußweg zu minimieren. Von dort auf die Hauptstraße und der dann am Straßenrand für 1,5km in Richtung Süden folgen. Gute 15 Minuten später kommt man direkt zum kleinen Bahnhof von Le Plessis-Belleville. Unterwegs - bei Bedarf - McDo und Lidl. Züge gibt es wochentags sehr häufig, samstags schon etwas seltener und sonntags nur alle paar Stunden. Dauert gut 30 Minuten und fährt nach Gare du Nord / Paris Nord. Dort gibt es am Ausgang des Bahnhofs eine Touri-Info, welche über verfügbare Hotels informiert (gibt es im Umfeld des Gare du Nord massenweise).

Im Übrigen gibt es Landegebühren in LFPP: 8 Euro für Einmots. Außerdem ziemlich heftige Parkgebühren (19 Euro pro Nacht). Allerdings ist das Büro des Flugplatz-Managers wohl samstags und sonntags nicht besetzt (und es gibt keinerlei Briefkasten o.ä.), so dass man ggf. auch ohne Bezahlen davon kommt. Möglicherweise muss man sich zum Bezahlen wochenends an den Air France-Club im Osten des Platzes wenden. Avgas gibt es von einer BP-Tanke.

St. Cyr-L'Ecole (LFPZ)

Kommen wir nun zu dem Platz mit der kürzesten und angenehmsten Fußmarschstrecke zwischen Flugplatz und Bahnhof. St. Cyr liegt im Westen von Paris, nicht weit von Toussus Le Noble und sehr nah an Versailles (In der Tat: die Piste 29 hat eine der schönsten Platzrunden Europas; man fliegt nämlich sehr nah am Schloß Versailles vorbei). Der Anflug ist aufgrund der hohen Verkehrsaufkommens und der komplexen Regelen etwas anspruchsvoll (Einflugpunkte genau einhalten und wie immer auf den LR A von Paris achten), aber machbar und schön.

Der Platz ist kontrolliert, hat aber nur (lange) Graspisten, keine CTR, keine IFR-Verfahren und auch keinen Zoll. ULs sind nur mit PPR erlaubt.

Für mich *der* VFR-GA-Platz im Westen von Paris. Die Pisten sind in gutem Zustand. Parken kann man auf Asphalt, idealerweise vor dem Bistro "Les Ailes Volantes". Avgas gibt's von einer Tanke 300 Meter weiter östlich (BP, mit Kartenautomat für das Carnet; ohne Karte kann man ohne weitere Hilfe von Dritten keinen Sprit bekommen). Man muss nach der Landung nicht zum Turm, denn die Rechnung kommt per Post (oder auch nicht).

Zu Fuß vom Bistro aus bis zum Bahnhof von St. Cyr sind es gesunden Schrittes gute 20 Minuten oder 1,5 Kilometer, die gut zu gehen sind (Fußwege); mit leichtem Gepäck gar kein Problem: am Platzausgang rechts (dort gibt es ein "Aerotel") und dann nur noch geradeaus. Von dort entweder per Regionalzug (Linie "N", nach Montparnasse) oder mit der gelben RER (Tour Eifel, Pont Invalides, Notre Dame). Fahrzeit ca. eine halbe Stunde. Den Rückweg kann man identisch machen. Dann wieder ohne Formalitäten direkt zum Flieger und los.

Dennoch würde ich St. Cyr nur dann gegenüber Lognes vorziehen, wenn es wie gesagt von der weiteren Reiseroute her überhaupt Sinn macht, im Westen der Stadt zu landen.

Enghien-Moisselles (LFFE)

Exakt die gleiche Distanz von der Innenstadt von Paris wie Lognes, Chelles und St. Cyr hat dieser im Norden gelegene Grasplatz. Leider ist er "usage restreint", nämlich platzeigenen Maschine vorbehalten. Ob man ohne großen Aufwand eine Genehmigung für Fremde bekommen kann, ist mir leider nicht bekannt. Als Alternative kann man einfach hinfliegen und den Dummen spielen. Kein ATS, d.h. man sollte besser auf Französisch funken können, auch wenn Französisch nicht strikt vorgeschrieben ist. Das Einflugverfahren ist genau spezifiziert, denn der Platz befindet sich innerhalb der Pariser LF-R275.

Dennoch sei der Platz genannt, weil die fußläufige Strecke zum lokalen Bahnhof ("Domont") auch hier noch absolut in Rahmen ist (1,9 Kilometer). Man sollte aber auch hier sich vorab die beste Strecke angeschaut haben und diese unterwegs dann auf dem smartphone mitverfolgen.

Noch ein paar touristische Tipps für Flieger:

Wer auch während eines Paris-Besuchs nicht auf Piloten-Shopping verzichten kann findet dort den Pilot Shop "La Boutique du Pilote". Dieser befindet sich im Westen der Innenstadt, nahe der RER-/bzw. Metrostation "Javel".

Außerdem in Paris befindet sich - natürlich - der "Aeroclub de France"; dies ist aber nicht der Dachverband der französischen Aeroclubs, sondern lediglich einer der ersten Aeroclubs Frankreichs, gegründet 1898. Dessen heilige Hallen und unter anderem ein edles, mit Luftfahrtmotiven gespicktes Restaurant befinden sich in der Nähe des Trocadero. Siehe hier.

Und natürlich gibt es in Paris auch ein wichtiges Luft- und Raumfahrtmuseum. Das "Musée de l'Air et de l'Espace" befindet sich - standesgemäß - am historischen Flughafen von Le Bourget. Siehe hier.


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