Flugziele/Elsass
Elsass & Lothringen

Elsass-Lothringen (speziell das Elsass) ist für viele Piloten aus dem mittel- und süddeutschen Raum ein sehr beliebtes französisches Ziel auch für Tagesausflüge. Zur geografischen Nähe zu Deutschland kommt natürlich noch, dass man zumindest im Elsass sprachlich auch vielfach mit deutsch weiterkommt.

Vielmehr aber noch reizen die schönen Städte des Elsass und Lothringens, die Landschaften (z.B. die Vogesen), die Architektur und natürlich auch Speis und Trank.

Fliegerisch ist Elsass-Lothringen eigentlich einfach. Leider gibt es insbesondere im nördlichen Teil ein absolutes Chaos an Beschränkungsgebieten - der Blick auf die Karte sorgt für reichlich Fragezeichen. In der Praxis ist es aber halb so wild. Selbst wochentags kann man hier in Abstimmung mit dem FIS gut fliegen.

1. Das Elsass (frz.: "Alsace")

Das Elsass ist jene Region, die sich direkt westlich an Deutschland anschließt, also von westlich Karlsruhe bis nach Basel. Sie erstreckt sich Richtung Westen bis zum Hauptkamm der Vogesen.

Ich möchte diese Region von Nord nach Süd vorstellen, jedoch ungewöhnlicherweise mit einem Flugplatz in Deutschland beginnen:

Schweighofen (EDRO) / Wissembourg

Der Ort Schweighofen und dessen Flugplatz liegt direkt an an der deutsch-französischen Grenze. Das Besondere: man kann quasi direkt vom Platz mit einer ganz kurzen Regionalzugfahrt in das Elsässer Städtchen Wissembourg fahren.

Der Platz in Schweighofen hat PPR, ist aber im Sommerhalbjahr wochenends eigentlich immer besetzt. Die Piste ist gut und im Prinzip hindernisfrei. Landegebühr für E-Klasse (egal welches Gewicht) mit 6 Euro günstig.

Der Bahnhof ist 5 Gehminuten vom Flugplatz entfernt. Nach derzeitigem Zeitplan fährt die Bahn nach Wissembourg samstags und sonntags stündlich, und zwar stets um 23 Minuten nach der Stunde; wochentags häufiger. Siehe auch hier.

Wissembourg ist ein typisch elsässisches Städtchen; hübsch, aber hier und da ein klein wenig heruntergekommen - Frankreich eben :-). Insbesondere die Gegend rund um die St. Peter und Paul- Kirche ist sehr schön. Sonntags haben zumindest die Boulangers und Patisserien geöffnet; die vielen Restaurants natürlich sowieso.

Fazit: ein Ausflug nach EDRO mit Besuch von Wissembourg ist sehr zu empfehlen - und alles natürlich ohne sprachliche Schwierigkeiten auf fliegerischer Seite.

Haguenau (LFSH)

Haguenau ist die am weitesten im Norden gelegene nennenswerte Stadt des Elsass. Standesgemäß verfügt sie über einen guten, recht aktiven VFR-Flugplatz. Dieser wird sehr gerne von Privatpiloten aus dem südwestdeutschen Raum auf Tagesausflügen angeflogen, denn der Platz ist noch recht grenznah, unkompliziert und günstig (obwohl der Platz keinen ATS hat, gibt es hier eine Landegebühr, aber die ist sehr gering). Natürlich kann man auch relativ günstig Avgas tanken, allerdings ohne Kartenautomat, d.h. man ist auf Personal angewiesen.

Für das leibliche Wohl ist auf jeden Fall gesorgt; direkt an das Vorfeld grenzt das Restaurangt "St. Exupery", welches sich in einem von insgesamt 5 etwas ulkigen "Dreieckshäusern" befindet. Von außen etwas ungepflegt, innen aber durchaus recht fein und hübsch. Es ist aber relativ klein, und speziell am Wochenende ist es oft voll mit Leuten, die mit Fliegen nicht viel am Hut haben. Daher sollte man unbedingt vorher telefonisch reservieren. Die Karte macht einen guten Eindruck; die Preise sind aber recht hoch (wochentags kann man ein günstiges Mittagsmenü bekommen). Täglich geöffnet.

Wenn man doch mal keinen Platz bekommen sollte: 200 Meter dahinter gibt es noch ein asiatisches Restaurant ("Champ Asie"), wo man dann zumindest satt werden kann (Büffet - wochentags recht günstig, wochenends eher teuer). Montags und samstags mittags geschlossen.

Schräg daneben befindet sich noch ein Hotel ("Champ d'Alsace"), dessen Restaurant aber nur für Events geöffnet wird.

Wieder auf den Flugplatz kommt man, indem man an dem Schloss an der Tür die ersten 4 Ziffern der Platzfrequenz eingibt.

Direkt gegenüber des Hotels gibt es außerdem eine Bushaltestelle; mit der Buslinie Nr. 1 kann man halbstündlich (außer sonntags) in die Stadt fahren. Die Stadt ist für einen kurzen Tagesausflug ganz nett; etwas bummeln und shoppen kann man insbesondere auf der und rund um die Place de la République. Schön zum Essen ist z.B. die Brasserie "Le Tigre". Insgesamt aber kann Haguenau in Sachen Größe und Anmutung natürlich nicht ansatzweise an Strasbourg oder Colmar herankommen.

Strasbourg

Strasbourg ist die Hauptstadt des Elsass und eine der bedeutenden historischen Städte Europas. Berühmt ist sie unter anderem für ihre Liebfrauenkirche (den "Straßburger Münster"); diese war bis weit ins 19. Jahrhundert für lange Zeit der höchste Bau der Welt.

Heute versteht sich Strasbourg, da sie Sitz zahlreicher europäischer Einrichtungen ist als „Hauptstadt Europas“. Aber auch außerhalb der Politik ist die Stadt sehr sehenswert. Über den Münster hinaus reizt in der Altstadt das insgesamt sehr typische, klassisch-eslässische Stadtbild mit engen Sträßchen und Fachwerkhäusern. Die Stadt liegt an der Ill (I-L-L), einem Seitenfluss des Rheins, der sich im Stadtgebiet verzweigt. Auf der von beiden Ill-Armen umflossenen Grande Île (Große Insel) liegt die historische Altstadt. Dort reihen sich die Restaurants nur so aneinander. Außerdem kann man romantische Bootstouren auf der Ill unternhmen und so sehr gut die Stadt kennenlernen.

Piloten werden in Strasbourg gleich von zwei sehr brauchbaren Flugplätzen verwöhnt, einem Großflughafen mit allen Annehmlichkeiten und einen wunderbaren, zentral gelegenen Grasplatz für VFR.

Strasbourg-Neuhof (LFGC) ist die Heimat des überwiegenden Teils der kleinen GA der Region. Der Grasplatz liegt nur 3 Kilometer südöstlich der Altstadt und ist ein Juwel. Der Anflug ist spanned: von Norden kommend über NE in die Kontrollzone von LFST. Bei der Kehler Brücke (N) in den Queranflug der 18 (die ist zu allermeist in Betrieb). Die Piste ist nicht traumhaft gepflegt, aber OK. Geparkt wird am Rande des Asphaltvorfelds. Obwohl es keinen AFIS o.ä, gibt, ist am Platz allgemein täglich und ohne Mittagspause Personal (sehr nett), so dass man bei Bedarf Hilfe bekommen kann; Avgas und Jet sind daher in aller Regel (etwas inoffiziell) zu haben; trotzdem am besten vorher erkundigen. Null Gebühren und null Formalitäten; einfach landen und in die Stadt gehen! Hinweis: der Platz ist seit 2017 nicht mehr "FR-only"; man darf daher den Funk (Blindmeldungen) auch auf Englisch machen. In der Praxis werden natürlich auch weiterhin die meisten "lokalen" Pilot ihren Funk auf Französisch machen. Daher weiterhin schön langsam funken und gut die Augen aufhalten (auch NORDO-Betrieb ist ja möglich).

Es gibt eine gute Busverbindung, man muss lediglich ca. 600 Meter zu Fuß gehen: die Haltstelle ist nah aber etwas versteckt im Wohngebiet (Place de Wattwiller; am besten vorab hier ansehen. Der Bus fährt wochentags alle 15 Minuten, samstags alle 30 Minuten (18 und 48 nach) und sonntags stündlich (3 ;inuten nach der vollen Stunde). Das Ticket hin und zurück kostet 3,10 Euro und kann beim Fahrer gekauft werden. Der Ausstieg an der Station "Guillaume" ist perfekt, um von dort in die Altstadt einzusteigen. Alternativ kostet ein Taxi pro Strecke ca. 20-25 Euro.

Strasbourg-Entzheim (LFST) ist der Großflughafen der Stadt; er liegt naturgemäß etwas weiter außerhalb der Stadt, im Südwesten dieser. Er bietet im Gegensatz zu Neuhof natürlich Asphalt, IFR, Nachtflug, englischen Flugfunk und Zoll. Allerdings erlaubt er keine Motorsegler und keine ULs.

Es gibt ein separates GA-Apron (Bravo) und ein kleines, bescheidenes GAT. Gemäß eines Hinweises in der AIP (fehlt auf der VAC!) und eines NOTAMs ist ein "Basishandling" Pflicht und man muss sich vorab anmelden (Firma Aviapartner). Das sollte man dann auch tun, also per mail kurz die Flugdaten durchgeben sowie am besten die Adresse für die Landegebührenrechnung (kann man vor Ort nicht bezahlen). Keine Angst: in der Praxis ist es dann so, dass man kein wirkliches Handling in Anspruch nehmen muss und man es auch nicht gesondert bezahlen muss.

Nach der Landung einfach auf der vom Tower angewiesenen Position parken (man wird in der Regel dort von keinem Personal in Empfang genommen). Man geht dann zu Fuß durch die Lücke in den Jetblast-Barrieren durch und kommt durch eine Drehtür auf die Landseite.

Für den Transport in die Stadt empfehle ich die Regionalbahn; dies ist deutlich günstiger als ein Taxi und ist von der Fahrzeit (gute 5 Minuten) auch deutlich schneller. Allerdings dauert der Fußweg zum Bahnhof am Hauptterminal realistisch schon ca. 13 Minuten. Am besten, man schaut sich den Weg vorab mal google earth an, sonst verliert man sich leicht (Beschilderung gibt's keine). Sonntags fäht die Bahn leider nur einmal pro Stunde, und zwar jeweils um 13 Minuten nach. Man sollte das also zeitlich etwas abpassen (die Züge ab der City in Richting Airport fahren sonntags jeweils um 55 Minuten nach). Alle diese Tipps habe ich zusammen mit ein paar Fotos auch in einem kleinen "how-to"-Bericht zusammenfasst; siehe dafür den Abschnitt "Reiseberichte".

Wer nicht in die Stadt will, der kann auch in einem Restaurant im Haupterminal essen und ggf. etwas shoppen.

Wer dennoch ein Taxi nehmen will, sollte ggf. UBER erwägen; das ist meist etwas günstiger.

Die Landegebühren in Strasbourg für Einmots betragen ca. 38 Euro. Das ist ein Forfait und beinhaltet das "Handling" sowie einen Tag Parken. Auch darüber hinaus ist das Parken sehr günstig und kostet nur ein paar Euro pro Tag.

Colmar (LFGA)

Colmar ist eine etwas kleinere, aber trotzdem auch geschäftige und sehr hübsche Stadt und liegt geographisch zwischen Strasbourg und Basel. Der IFR-ausgerüstete GA-Flugplatz Colmar-Houssen ist sehr beliebt bei den Privatpiloten. Es ist schlicht einer jener Plätze, die einfach "funktionieren" und das alles bei geringen Landegebühren und guten Spritpreisen (lediglich Parken ist etwas teurer). Dazu gibt's IFR (allerdings seit ein paar Jahren kein ILS mehr), Nachtflug (mit PCL, allerdings ziemlich teuer), bei Bedarf Zoll, zwei Restaurants und zwei Hotels in unmittelbarer Nähe sowie eine Busanbindung in die Stadt.

Fliegerisch ist der Platz absolut einfach und "straightforward". Zu Bedenken ist lediglich, dass sowohl Tower als auch Betankungsdienst eine Mittagspause machen. Bedeutet: in dieser Zeit gibt es am Funk keinen Service und man muss auf Französisch seine Positionsmeldungen abgeben; tanken kann man selbstständig zu jeder Zeit nur mit BP-Carnet; sonst eben innerhalb der Uhrzeiten mit Personal und dann Bezahlung auch per Kreditkarte. Reine Tankstopps sind dank sehr kurzer Wege in 15 Minuten schaffbar.

Obwohl man sich natürlich die Zeit nehmen sollte, die nahe Stadt zu besuchen, so gibt es auch im unmittelbaren Flugplatzumfeld reichlich "Infrastruktur". Ein Novotel und ein F1 Motel (beide nicht so sehr zu empfehlen) sind quasi direkt am Platz. 200 Meter nach Norden, noch auf dem Flugplatzgelände, befindet sich außerdem das Kettenrestaurant "Courtepaille". Außerdem gibt es nur wenig weiter noch ein drittes Hotel, "Le Roi du Soleil/Prestige": ca. 500 Meter nach Norden vom Flugplatzausgang und dann auf der rechten Seite. Es ist ein "Doppelhotel"; einmal 2 Sterne, einmal 3 Sterne. Gleich daneben gibt es das ebenfalls fleischlastige Restaurant "La Boucherie":

Es gibt eine gute Busverbindung in die Stadt. Man muss lediglich aus dem Flugplatzgelände raus und über den Kreisverkehr mit der Freiheitsstatue hinweg ca. 300 Meter nach Osten gehen. Dort befindet sich die Haltestelle (Name: "Atlas-Air") der Buslinie 7. Diesen Bus in die Stadt Richtung "Ricoh" nehmen, also zunächst in Richtung Osten. Montags bis samstags halbstündlich, sonntags leider nicht aktiv. Fahrtzeit 12 Minuten ins Zentrum (Theater).

Ein Taxi kostet 20 Euro, trotz der recht geringen Distanz in die Stadt. Außerdem gibt es direkt auf dem Parkplatz des Flugplatzes allerdings auch eine Europcar-Agentur, wo man allerdings vorreservieren sollte. Auch Fahrräder kann man am Platz leihen.

Colmar hat als Stadt nicht ganz so viel bieten wie Strasbourg; der Innenstadtkern ist aber von der Art her sehr ähnlich und eher fast noch hübscher- typisch elsässisch eben.

Bemerkung: 2015 und 2016 gab es ein NOTAM für LFGA, wonach für jeden internationalen Flug (auch solche, für die eigentlich gar keinen Zoll erforderlich ist) der Zoll mit 24 Stunden (!) Vorlauf zu preavvisieren war. Zum Glück ist diese NOTAM 2017 entsprechend verändert worden; nun muss man sich nur noch vorher anmelden, weann man von außerhalb des Schengen- oder EU-Raums kommt; bei Flügen z.B. von Deutschland aus also nicht.

Mulhouse-Habsheim (LFGB)

Südlich von Colmar befindet sich eine häufig übersehene Stadt des Elsass, Mulhouse. Es ist immerhin die klar zweitgrößte Stadt der Region mit über 100.000 Einwohnern.

Der dazugehörige Flugplatz liegt im südöstlichen Vorort Habsheim. Im Anflug von Norden unbedingt die LF-P36 beachten. Außerdem natürlich die TMA von Basel, welche in unmittelbarer Umgebung des Platzes bis 1000 Fuß GND herunterreicht. Obwohl der Platz komplett unkontrolliert ist, sollen An- und Abflüge über veröffentlichte Strecken und Punkte stattfinden. Der Platz hat keinen ATS, also keine "Flugleitung, ist aber seit 2016 beim Funk auch für Englisch zugelassen.

Landegebühren bezahlt man beim Aeroclub du Haut-Rhin, ganz im Nordwesten des Geländes. Von denen bekommt man auch Hilfe, wenn man wochenends kleine Mengen Avgas tanken möchte (während der Woche wird von einer anderen Tanke, der des Mulhouse Air Service getankt).

Es sei gesagt, dass sich der Platz nicht nur für Mulhouse, sondern insbesondere auch für einen Besuch Basels gut eignet, denn es sind nur gut ca. 20 Kilometer bis dorthin. Außerdem ist der eigentliche Flughafen von Basel, LFSB, leider wenig GA-freundlich und recht teuer.

Und so geht's: Von Aeroclub Haut-Rhin aus westwärts die Straße (durch die Unterführung) vor zum Kreisverkehr mit dem McDo (600 Meter), von dort der Staße, welche südwärts an den Gleisen entlangführt, ca. 700 Meter folgen und man ist am Bahnhof Habsbeim. Tickets gibt's am Automaten (6 Euro pro Strecke). Die Uhrzeiten dieses Zugs findet man hier:

www.horaires.captaintrain.com/trains/habsheim/basel-sbb

Der Zug fährt bis Hauptbahnhof Basel ("SBB") und braucht 23 Min. Basel lohnt sich; die Altstadt rund um den Münsterplatz ist sehr lauschig und sehenswert.

Basel (frz.: Bâle)

Die Großstadt Basel liegt bekanntlich im Dreiländereck Deutschland/Schweiz/Frankreich. Im wesentlichen liegt die Stadt in der Schweiz, auch wenn sich Teile der Agglomeration auch nach Deutschland und Frankreich ausweiten. Der im Nordwesten gelegene Flughafen ("Bâle-Mulhouse" LFSB) liegt in Frankreich. Er hat aber auch eine Schweizerische Zollstation.

Leider ist dieser "Euro-Airport" - für Frankreich sehr untypisch - absolut nicht GA-freundlich. Wenn man böse wäre, könnte man sagen, das hat mit der unmittelbaren Nähe zur Schweiz zu tun.

Es fängt damit an, dass alle Flüge bei OPS vorab avisiert werden müssen; heißt auf deutsch: PPR. Außerdem kostet eine Landung mit Übernachtung ca. 100-150 Euro. Dazu kommt, dass das Bezahlen (am Infoschalter in der Ankunftsebene des Terminals, nicht beim gelben "C"!) und das gesamte Handling umständlich ist, so dass es zu Wartezeiten kommen kann. Wie gesagt: untypisch für Frankreich.

Da die Stadt selbst wie gesagt zur Schweiz gehört, sei sie hier nur kurz behandelt. Die Innenstadt, die vom Rhein geprägt wird, ist aber natürlich sehenswert, obwohl sie schon spürbar nicht mehr typisch elsässisch ist.

Zuguterletzt für Basel noch folgender Tipp: als dritte Option ist es auch möglich, für einen Besuch der Stadt in Deutschland, auf dem nahen Flugplatz Herten-Rheinfelden (EDTR) zu landen (mit allen Einschränkungen, die natürllich ein PPR-Sonderlandeplatz mit 730-m Graspiste mit sich bringt). Dafür kann man so sowohl den Ärger und die Kosten in LFSB als auch den vorwiegend französischen Funk von LFGB umgehen.

Recht nah am Flugplatz hält die grenzüberschreitende Buslinie Nr. 38, mit der man direkt nach Basel kommen kann.

2. Lothringen (frz.: "Lorraine")

Lothringen schließt sich westlich an das Elsass an. Hauptstadt ist Metz. Abr auch Nancy ist eine nennenswerte Stadt Lothringens. Außerdem gehört der westliche Teil der Voghesen zu Lothringen. In gewissen, nordöstlichen Teilen Lothringen wird übrigens ebenfalls noch viel deutsch gesprochen. Der nördliche Teil, d.h. die Gegend von Thionville, war früher Zentrum der Montanindustrie, ist heute aber aufgrund des Strukturwandels eher arm geworden.

Hier sollen nicht alle Plätze dieser Region vorgestellt sein, sondern nur "ein paar".

Metz-Nancy Lorraine (LFJL)

Der Regionalflughafen dieser Region liegt ca. 15 Kilometer südlich von Metz und ca. 30 Kilometer nördlich von Nancy. Er ist praktisch die einzige Alternative für den Besuch der Hauptstadt Lothringens, Metz. (Der stadtnah gelegene, ehemalige Militärflugplatz Frescaty, LFSF ist durch die GA praktisch nicht nutzbar). Positiv in LFJL sind Zoll, IFR, Mietwagen und ein gutes Restaurant zu nennen. Außerdem ist dieser Platz komplett H24 und kann auch von der GA durchweg H24 angeflogen werden! ULs sind hier aber nicht zugelassen.

Ansonsten aber ist er kein Highlight für die GA. Zum ersten gibt es hier kein Avgas, was für Frankreich sehr ungewöhnlich ist (Jet gibt es natürlich). Überhaupt ist die GA-Aktivität hier sehr gering und auch ansonsten ist hier wirklich wenig los. Auch sind die Gebühren für solch einen langweiligen Platz eher einen Tick hoch (Rechnung per Post). Dazu gibt es laut AIP noch eine merkwürdige PPR-Forderung für jedwede Nutzung des Vorfelds, auch wenn dies wohl in der Praxis nicht so eng gesehen wird. Ein insgesamt - für französische Verhältnisse - eher merkwürdiger Platz. Es gibt einen Bus nach Metz; man sollte sich aber vorab über die Uhrzeiten informieren. Die fahrt dauert auch etwas länger. Ein Taxi kostet ein halbes Vermögen. Es ist im Zweifel günstiger, einen Mietwagen zu nehmen.

Metz, die Mosel-Haupstadt Frankreichs, ist dennoch recht sehenswert. Sie bleibt aber hinter Nancy deutlich hinterher...

Nancy-Essey (LFSN)

Die etwas südlichere Großstadt der Region ist wohl doie schönste und sehenswerteste Lothringens. Sie ist auch für die GA ein gutes Pflaster, denn nur wenige Kilometer östlich der Stadt gibt es einen guten, sympathischen GA-Platz, der auch ein IFR-Verfahren hat (allerdings seit Ende 2015 kein ILS mehr. sondern nur noch RNAV). ULs dürfen hier nur mit PPR fliegen.

Es gibt einen englischsprachigen AFIS. Dieser macht lediglich samstags und sonntags eine zweistündige Mittagspause, innerhalb derer dann natürlich Französisch im Funk angesagt ist.

Die Avgas-Tanke ist von TOTAL. Mit dem Carnet kann man jederzeit, auch in der Mittagspause, selbstständig tanken; während der AFIS-Zeiten auch mit Hilfe des Personals und dann auch mit Bezahlung per Kreditkarte. Allerdings ist LFSN einer jener Plätze, die bei Betankung mit Hilfe des Personals auf der offiziellen Literpreis von TOTAL spürbar draufschlagen. Ansonsten sehr gut: geringe Landegebühren (häufig ist gar niemand da, um diese zu kassieren). Es gibt auch ein kleines Restaurant am Platz. Vor allem aber: es gibt eine gute Busanbindung; man muss dazu zunächst die Flugplatzstraße ca. 7 Minuten geradeaus gehen. An der Kreuzung (direkt vor dem VW-Händler) ist die Haltestelle. Die Linie 13 fährt in ca. 10 Minuten zum Bahnhof, von wo man die Stadt gut erkunden kann. Die Linie 5 ist fast noch besser; fährt direkt bis zur Place Stanislas. Diese beiden Linien fahren wochentags alle 30 Minuten. Samstags etwas seltener, sonntags nur noch stündlich. Das Ticket kann man beim Fahrer kaufen (1,50 Euro).

Nancy ist außen 'rum etwas häßlich, aber nur dort. Die Innenstadt ist sehr schön. Die Place Stanislas ist wirklich einmalig. "Très belle" ist auch die "vieille ville" (Altstadt), die sich nordwestlich daran anschließt. Hier kann man schon mal sehr gut einen oder zwei Tage verbringen. Allein in der Rue gibt es ein Dutzend kleiner Restaurants.

Anmerkung: Nancy hat noch zwei weitere Flugplätze, Azelot (LFEX) und Malzeville (LFEZ); beide sind allerdings "usage resteint". Es gibt aber auch keinen Grund, nicht nach Nancy-Essey zu fliegen.

St. Dié Remomeix (LFGY)

Ganz im Südosten der Region Lothringen verläuft die Grenze zum Elsass direkt über den Haupkamm der Vogesen. Nur wenig westlich diese Hauptkamms, aber dennoch "mitten in den Vogesen" gibt es das Städtchen St.-Dié-des-Vosges, welches - etwas außerhalb allerdings - auch einen Flugplatz hat. Dieser befindet sich im Örtchen Remomeix. Es ist ein kleiner Aeroclub-Platz ohne AFIS. Landschaftlich durchaus schön. Am Platz gibt es nur eine Vereinsgaststätte. Die Avgas-Tankstelle hat nun auch ein Kartenterminal für das Carnet, d.h. wenn man dieses hat, kann man selbstständig tanken und ist nicht von Personal abhängig, welches nur unregelmäßig am Platz ist. Falls man kein Carnet hat, sollte man das Tanken vorher unbedingt telefonisch abklären. Keine Landegebühr.

Remomeix ist nur ein kleines Örtchen. Bis nach St. Dié-des-Vosges ist es leider zu Fuß zu weit. Man braucht dafür ein Taxi; diese sind in einer solch ländlichen Gegend natürlich etwas rar.

Épinal

Diese Stadt im Süden der Region sei hier noch mal als ein Beispiel aufgeführt. Sie ist kaum bekannt, für einen Tagesausflug aber gnaz OK. Hier ist es so, dass es sowohl einen größeren Flugplatz gibt, der aber sehr weit außerhalb liegt als auch einen Grasplatz, der stadtnah ist.

In diesem Fall also: wenn man die Stadt besuchen möchte, ist der Clubflugplatz Épinal-Dogneville (LFSE) empfohlen. Er liegt nur ein paar Kilomter im Norden des Stadtzentrums und hat fliegerisch keinerlei Besonderheiten, außer dass er eine nur 710 Meter lange Graspiste hat (welcher aber auch im Winter, auch nach längeren Regenfällen absolut top ist. Avgas gibt's von TOTAL, mit Automat für das Carnet. Taxis in die Stadt kosten nicht allzu viel.

Der große Platz hingegen, Épinal-Mirecourt (LFSG) liegt in der Tat über 20 km von der Stadt weg und wird eher nur angeflogen, wenn man nur einen Tankstopp auf dem wweiteren Weg nach Süden oder Westen machen will. Oder man Nachtflug, IFR, o.ä. trainieren möchte. Schweizer machen hier ganz gerne Zoll. Über den AFIS kann man wohl auch einen Mietwagen organsieren.

Verdun-Sommedieu (LFGW)

Als letztes gehen wir nochmal ganz in den Nordwesten Lothringens. Hier liegt die Stadt Verdun, die vor allem wegen ihrer Geschichte aus dem ersten Weltkrieg so bekannt ist.

Der Flugplatz ist ein typischer GA-Provinzflugplatz. Eine reichliche Asphaltpiste, ein kleiner Aeroclub und ein paar Privatmaschinen. Ein durchaus recht schöner Anflug; der Platz ist von viel Wald und sanften Hügeln umgeben. Kein ATS, keine Gebühren. Die Tanke ist von TOTAL, mit Automat für das Carnet. Wenn man keins hat: vorab checken, ob jemand am Platz ist, der die Tanke aktivieren und abrechnen kann. Nach meiner Erfahrung ist häufig gar niemand am Platz! Es gibt ein Restaurant mit gutem Ruf am Platz ("La Faillotte"); wie immer sollte man aber vorab die Öffnungszeiten checken.

Das Städtchen Verdun ist durchaus ganz nett; das jüngst renovierte Stadtzentrum mit dem Kai am Fluss Maas sowie die Kathedrale mit dem Weltfriedenszentrum im Bischofspalast gehören dazu. Das Taxi dorthin ist allerdings nicht ganz billig, da der Platz nicht direkt am Stadtrand liegt. Will man für die Erkundung der Gegend einen Mietwagen nehmen, muss man zunächst in die Stadt, denn am Platz gibt es natürlich keine.

Besser ist es aber noch, eine extra für Verdun-Besucher eingerichtete Buslinie zu nehmen, welche die wesentlichen Sehenswürdigkeiten der Stadt bzw. der Umgebung abfährt. Siehe hier.

In der Umgebung von Verdun gibt es zahlreiche Soldatenfriedhöfe, Museen und Denkmäler zu den Geschehnissen des Ersten Weltkriegs. Ca. 6 Kilometer nordwestlich (kann man sich auch gut vom Flieger aus ansehen) gibt es ganz in der Nähe eines der größeten Schlachtfelder von damals einen großen Soldatenfriedhof mit Denkmal, das Beinhaus von Douaumont (Ossuaire de Douaumont). Das berühmte Versöhnungsbild mit François Mitterand und Helmut Kohl stammt hierher.


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