Flugziele/Provence
Die Provence und die Côte d'Azur

Dieser Abschnitt soll die Schönheiten und Flugplätze der Region Provence Alpes / Côte d'Azur behandeln. Einige Plätze des alpinen Teils dieser Region sind allerdings im Abschnitt "Alpen" erläutert.

1. Die Cote d'Azur

Die Côte d'Azur (manchmal auch als "Französische Riviera" bezeichnet), reicht von der italienisch-französischen Grenze bei Menton (übrigens ein sehr hübscher Ort) bis ca. kurz vor Marseille. Sie ist berühmt für den Jetset, das milde Klima, das blaue Meer, die tolle Vegetation sowie insgesamt die große Lebensqualität.

Fliegerisch ist die Côte d'Azur zu jeder Jahrenszeit (außer im Juli und August) empfehlenswert. Baden im Meer kann man zwischen Anfang Mai und Ende Oktober. Aber insbesondere auch in den Wintermonaten ist die Côte d'Azur ein Highlight, denn die Tagestemperaturen liegen tagsüber eigentlich nie unter 13-15 Grad. Nebel ist dort folglich nahezu unbekannt und die Anzahl der Sonnenstunden ist überragend. Kein anderes Ziel, welches man von Mitteldeutschland in ca. 4 Flugstunden per PA28 erreichen kann, bietet das (lediglich das benachbarte Ligurien ist diesbezüglich ähnlich). Außerdem ist hier der Wind in aller Regel deutlich schwächer als im Rest Südfrankreichs, also dem Rhonetal und dem Languedoc-Roussilion.

Das Fliegen entlang der Küste der Côte d'Azur macht großen Spaß. Es ist lediglich zu bedenken: geeignete Notlandefelder sind in großen Teilen der Region recht rar gesät. Außerdem: speziell über Land kann es häufig relativ starke Turbulenzen geben. Und: der westliche Teil der Côte d'Azur ist doch recht stark mit militärischen Lufträumen zugepflastert.

Kommen wir nun zu den Flugplätzen der Côte d'Azur. In dem Abschnitt zwischen Menton und Nizza gibt es leider keinen Flugplatz; lediglich einen Heliport in Monaco. Wer in dieser Gegend sein Reiseziel hat, sollte ggf. erwägen, im italienischen Albenga (LIMJ) zu landen. Dort sind zumindest die Parkgebühren sehr gering.

Der Flughafen von Nizza (LFMN) ist weitgehend dem Linienverkehr sowie der "großen GA" (Jets und Co.) vorbehalten. Zum Ersten ist PPR bei einem der Handling-Agensts notwendig. Außerdem sind täglich Starts und Landungen nach VFR während der Mittagszeit für 3 Stunden verboten. Preislich ist LFNM teuer; auch für eine kleine SEP bezahlt man ca. 350 Euro (die Preise der Handler sind sehr ähnlich, die scheinen sich da abgesprochen zu haben...). Außerdem braucht man für IFR-Flüge einen Airport-Slot.

Allerdings hat der Platz natürlich alle Annehmlichkeiten (außer Avgas) zu bieten. Der Anflug ist wunderbar. Vor allem aber: man kann vom Flughafen aus in ca. 10 Minuten mit dem Taxi entlang der Promenade des Anglais ins Zentrum dieser wunderbaren, mediterranen Metropole fahren. Edler Luxus, den man sich grundsätzlich durchaus mal leisten kann. Verständlicherweise findet der größte Teil der GA in dieser Region jedoch im etwas westlich gelegenen Cannes statt.

Touristische Tipps für Nizza: In der Altstadt ("Vielle Ville") empfehle ich unbedingt einen Besuch des Cours de Saleya und des dortigen, täglichen Markts (montags Antiquitäten). Sehr hübsch auch die Place Massena und Umgebung. Sehenswert auch der Vieux Port. Wer 214 Stufen auf den Schlosshügel klettert, gewinnt einen schönen Blick über die Baie des Anges und die Stadt. Und natürlich gehört ein Spaziergang entlang der Promenade des Anglais vorbei am Palais de la Mediteranée bis zum Hotel Negresco dazu. Auch Teile der Neustadt, z.B. entlang des Boulevard Victor Hugo sind unbedingt sehens- und erlebenswert. Und ein Strandbesuch gehört (trotz der hier durchweg steinigen Strände) unbedingt dazu.

Cannes-Mandelieu (LFMD)

*Der* GA-Flugplatz in Frankreich. Nirgendo gibt es so viel lebendige GA wie an diesem Airport. Das Ganze bei nahezu immer Sonnenschein, tollem Meeresklima und üppiger Vegetation. Kurzum: man fühlt sich hier etwas nach Florida versetzt, so paradiesisch ist es hier für die GA; sicher neben z.B. Portoroz einer der besten GA-Plätze Europas. Von daher gibt es eigentlich keinen wirklichen Grund, Nizza anzufliegen (außer, man möchte unbedingt soll schnell wir möglich nach oder in die Gegend von Nizza selbst). Einziger Wehrmutstropfen: ULs sind in LFMD nicht erlaubt, auch nicht mit PPR. Aber fangen wir vorne an:

Der Flughafen ist rein der GA vorbehalten, hat aber dennoch alles zu bieten, was man sich wünschen kann: sehr großzügige Öffnungszeiten, IFR-Anflüge (allerdings kein ILS), Zoll, Treibstoff, Restaurant, Mietautos, mehrere Werften und Flugschulen/Clubs, etc. Sogar ein einfaches Hotel ("Campanile") und einen Pilot-Shop gibt es hier. Nachtflug (VFR und IFR) ist in gewissem Rahmen möglich.

Für Flugzeuge unter 3,5 Tonnen MTOW ist Handling allgemein keine Pflicht. Und: Grundsätzlich ist der Platz, auch für längeres Parken, nicht PPR. Das Ganze hat aber zwei Einschränkungen: erstens gibt es mehrere Male im Jahr NOTAMs, mit denen dann doch zeitweise PPR gefordert wird. Meist hängt dies mit großen Events wie den Filmfestspielen und dem F1-Grand Prix in Monaco (beides jeweils im Frühling) oder der Airshow (Frühsommer) zusammen. Zweitens ist es auch außerhalb dieser Events so, dass es manchmal voll wird, so dass kein Parkplatz mehr zur Verfügung steht. Vor allem gibt es nicht sehr viele Asphaltparkflächen für gastierende SEPs. Dies führt dann dazu, dass man mit kleineren SEPs in der Regel auf Grasflächen zwischen dem Rollweg Yankee und dem Vorfeld (recht weit im Norden) geschickt wird. Diese sind leider meist absolut ungepflegt und es stecken sogar hervorstehende Betonplatten in dem Grasboden - perfekt, um sich die Radverkleidungen kaputtzumachen. Daher empfehle ich, dies im Zweifel abzulehnen. bzw. sich grundsätzlich vorab beim Flughafen anzumelden um einen Parkplatz auf Asphalt zu reservieren (was leider auch nicht immer einfach ist).

Leider aber ist es seit 2016 so, dass für auf Asphalt parkende Flieger zusätzlich häufig 70 Euro für "Handling" abgerechnet werden (auch wenn der Flieger weniger als 3,5 Tonnen MTOW hat). Das ist sicherlich sehr unerfreulich. Ich persönlich habe ja allgemein nichts dagegen, auf Gras zu Parken, aber das Gras muss halbwegs gepflegt und ohne "Hindernisse" sein. Andere Piloten haben freundlich bei Ankunft um Parken auf Asphalt gefragt (z.B. direkt unterhalb des Towers) und mussten kein Handling bezahlen. Etwas nebulös also.

Zum Anflug nach VFR: Wie auch beim Flughafen Nizza führen eine Serie von sehr schönen low-level Strecken über das Meer zum Platz (es sind aber auch An- und Abflüge in Nordrichtung möglich). Idealerweise sollte man die zahlreichen Meldepunkte in seinem GPS haben. Hinweis: auf Teilen dieser Wasserstrecken innerhalb der Nizza CTR muss man sogar auf maximal 500 Fuß fliegen. Sonst sind es meist 1000; teilweise sind auch wiederum größere Höhen vorgeschrieben. Alternativ gibt es noch eine "Mountain-Route", welche inlands entlang führt. Hier ist allerdings häufig mit starken Turbulenzen zu rechnen; Quellwolken in den Bergen können diese Route unmöglich machen.

Auch die Platzrundenführung ist aus Lärmschutzgründen sehr genau vorgeschrieben und unterscheidet sich für Twins und Singles. Zuallermeist ist die Piste 17 in Betrieb (nachts Landungen nur auf der 35).

Zum Anflug nach IFR: Dieser geht auf die Piste 35, entweder als LOC-DME oder als RNAV. Daher folgt meist ein Circling auf die 17. Auch hier sollte man sich die Verfahren vorab gut angesehen haben. Grundsätzlich: je nach Windrichtung und Stärke kann es gelegentlich ziemlich starke Turbulenzen im Anflug geben.

Noch etwas zur Flugvorbereitung: seit ein paar Jahren stellt der Flughafen auf seiner Website ein "Flughafen-Briefing" zur Verfügung. Inwiefern dies verpflichtend ist (nur IFR? auch VFR?) bleibt etwas nebulös. Auch wenn dies nicht streng kontrolliert wird: man sollte es sich in jedem Fall kurz reingezogen haben. Insbesondere die Lärmschutzverfahren werden recht ernst genommen.

Die Avgas-Tankstelle wird von BP betrieben. Man kann sowohl mit BP-Carnet als auch mit normalen Kreditkarten bezahlen. Für ersteres soll man östlich der Zapfsäulen (Terminalseite) abstellen, für letzteres westlich davon (Pistenseite). Genau genommen darf man an der Self-service Tanke nur mit Fliegen bis maximal 13 Metern Spannweite tanken. Heißt: Malibus und DA42s müssen eigentlich an der Parkposition von Truck betankt werden, was 10 Euro Betankungsgebühr kostet (im Prinzip lohnenswert, denn einmal Anlassen kostet deutlich mehr).

Parken ist wie gesagt unterschiedlich und mittlerweile "so ein Thema". Je nach Parkplatz ist der Fußweg zum "Terminal" (zu Fuß ist erlaubt, und man bekommt ohne Handling in der Regel auch keinen Transport angeboten) recht weit.

Die Gebühren sind für das, was insgesamt hier geboten wird, in Ordnung. 47 Euro bezahlt man für einen Zweitonner mit einer Nacht Parken. Jede weitere Nacht kostet ca. 16 Euro. Handling käme wie oben gesagt bei Parken auf Asphalt aber leider noch separat dazu. Interessant wird es gebührentechnisch bei einem Tankstopp. Denn nach dem Tanken muss man ja zum Bezahlen (oder um auf die Toilette zu gehen) noch ins Gebäude. Man kann aber solange nicht die Tankstelle blockieren. Stellt man den Flieger dann also kurzfrsitig auf den daneben liegen Asphaltapron (Tango) wird unter Umständen ebenfalls "Handling" abgerechnet...

Im Terminal gibt es wie gesagt ein kleines Restaurant (sonntags geschlossen).

Wer sparen möchte, kann zu Fuß ca. 600 Meter zum Flugplatzausgang gehen und von dort einen Bus in die Innnenstadt von Cannes nehmen (Linie 20 direkt am Flughafenausgang; Linie 1 ist 400 Meter weiter zu gehen, aber mit besserer Frequenz). Taxi: da es bis ins Zentrum von Cannes ein paar Kilometer sind, kostet dies ca. 30 Euro. Daher lohnt sich, selbst wenn man nur dorthin möchte, meist ein Mietwagen, welchen man direkt am Flughafen bekommen kann (z.B. Europcar). Diesen sollte man wie immer am besten vorbestellt haben. Wichtiger Tipp aber: der Mietwagenschalter macht - südfrankreichtypisch - eineinhalb Stunden Mittagspause! Samstags und sonntags ist er nur vormittags geöffnet! Daher sollte man seinen Flug ggf. auch anhand dessen planen. Allerdings: seit 2016 bietet der Flughafen auch ein eigenes kleines "Crew-Car" an; hier sollte man sich natürlich vorab nach der Verfügbarkeit informieren.

Und: auch nur mit dem Zug kann man die Côte d'Azur vom Boden aus recht gut erkunden.

Touristische Tipps für Cannes und Umgebung: Als Stadthotel für einen Besuch von Cannes kann ich das Hotel Splendid empfehlen; ein altes Grand Hotel, dennoch mit akzeptablen Preisen und eben super-zentral. In der Umgebung (östlich) empfehle ich einen Besuch von Antibes. Dort gibt es einen schönen Markt in der Altstadt. Für Strand und Party empfehle ich auch Juans-Les Pins. Westlich von Cannes ist St. Maxime ein recht schöner Urlaubsort.

Fayence (LFMF)

Der einzige "no frills"-Flugplatz dieser Region. Er liegt aber auch nicht am Meer, sondern inländig, am Fuße der Seealpen, ca. 25 Kilometer nordwestlich von Cannes. Er ist de facto vor allem Segelfliegerplatz. Motorflugzeugen wird hier wenig Bedeutung zugegeben. Diese sind aber dennoch beschränkungslos zugelassen, denn der Platz ist eben "ouvert à la CAP". Insbesondere für UL-Piloten ist Fayence eine wichtige Alternative.

Aber: offiziell gibt es keinerlei Kraftstoff am Platz.

Natürlich haben Segler hier stets "Vorfahrt". Die Pisten sind aus feinsteinig/sandigem Unterboden (die Asphaltstreifen sind nur für Segler). Daher etwas Vorsicht. Man kann sich auch hier beim Rollen am Boden leicht etwas verirren. Es gibt immerhin keine Lande- oder Parkgebühren.

Leider ist die öffentliche Verkehrsanbindung von Fayence an die Küste eher schlecht. Es gibt aber eine Autovermietung nur wenige Kilometer vom Platz, bei UCAR in Tourettes. Vorher reservieren. Die Taxifahrt dorthin kostet ca. 20 Euro. Bei größter Not schafft man es in 45 Minuten auch zu Fußß dorthin. Wenn man Glück hat, wird man von UCAR abgeholt.

Das vom Platz nicht weit entfernte Altstädchen von Fayence ist aber für sich auch ganz nett.

Frejus (LF8352) (UL-Platz!)

Aktuelle Info 2018: leider erteilt der Platz fremden ULs derzeit keine Landegenehmigungen mehr, wohl, weil es "zu viel Ärger" gab. Schade. Dennoch hier kurz die allgemeinen Infos:

Weil es an der Cote d'Azur zumindest zahlenmäßig mit Flugplätzen eher knapp ist, insbesondere für UL-Piloten, sei hier als Alternative der UL-Platz von Frejus genannt. Er hat eine komfortable Graspiste von 500 Metern Länge und liegt nicht weit entfernt von der Stadt.

Hier der direkte Link zum Flugplatzblatt von FFPLUM.

Der Platz ist PPR und wird von der UL-Flugschule ULM Flying Safari betrieben. Im Anflug den Platz natürlich wenn es geht nicht mit dem alten, geschlossenen Flugplatz von Frejus (liegt direkt am Meer) verwechseln!

Nur eine recht kurze Taxifahrt vom Platz entfernt ist z.B. eine Agentur von Europcar. Ein somit kostengünstiger Platz, um eine paar Tage die Gegend zu erkunden. Wenn man denn eine Landebewilligung bekommt.

La Mole (LFTZ)

Dieser exklusive Platz liegt etwas im Hinterland von Cavalaire-sur-Mer und ca. 15 Kilometer St. Tropez entfernt. Er ist allerdings "usage restreint". Konkret: er darf nur von Piloten angeflogen werden, die entweder vorab einen "Platzeinweisungsflug" mit einem speziellen Fluglehrer gemacht haben (und diese Erlaubnis dann auch gültig halten müssen) oder eine generelle Gebirgsflugberechtigung haben. Es wird also quasi wie ein Altiport behandelt, obwohl er keiner ist. Der Platz ist auch nicht wirklich schwer anzufliegen. Einzige Besonderheit ist, dass die Piste während der Platzrunde aus dem Sichtfeld verschwindet, weil ein Hügel dazwischen ist. Außerdem bläst hier und da manchmal ein bisschen der Wind und es kann entsprechend Turbulenzen geben.

Nun ja, aufgrund dieser in der Praxis für gelegentliche Besucher recht großen Einschränkung soll der Platz hier auch nicht weiter groß behandelt werden. Es sei nur gesagt, dass er grundsätzlich sogar einen IFR-Anflug hat (wenn auch mit irrsinnig hohen Minima). Außerdem sind die Lande- und Handlinggebühren hoch (ca. 100 Euro). Avgas ist vorhanden, aber ebenfalls eher einen Tick teuer. Selbiges gilt für Mietwagen.

Auch dieser Platz hatte 2016 seinen Status als Grenzübergangspunkt verloren, diesen aber nach Protesten im Frühjahr 2017 wieder zurückgewonnen. Heißt: es sind weiterhin Flüge über die Grenzen des Schengenraums hinweg möglich. (Flüge über die EU-Außengrenzen hinaus sowieso, denn den Status als Zollplatz hat er immer beibehalten).

Für diejenigen, die es dennoch interessiert: in Cannes LFMD gibt es mehrere Fluglehrer, die die entsprechende Einweisung durchführen können.

Cuers-Pierrefeu (LFTF)

Die einzige "öffentliche" Alternative für den Teil der Côte d'Azur zwischen Fréjus und Toulon. Cuers (ausgesprochen: "Küers") ist (zumindest halb-) militärisch, aber Zivilflieger können auf der Nordseite des Platzes trotzdem sehr problemlos und ungestört operieren - es gibt zwei Aeroclubs. Tagsüber und bei VMC gibt es keine wesentlichen Einschränkungen. Selbst dreiachsige ULs dürfen hier fliegen. Bei Fragen (zum Tanken oder zum Parken) kann man es nicht nur über die in der AIP veröffentlichte Nummer (0033 494483683) sondern auch über die mobile Nummer des zivielen Flugbetriebsleiters, 0033 680543031, probieren. PPR ist an sich aber nicht notwendig.

Der Tower ist allerdings nur unregelmäßig besetzt. Außerhalb dessen gilt A/A, am besten natürlich auf Französisch, auch wenn qua VAC nicht streng so vorgeschrienen ist.. Es gibt auch Avgas (BP-Tanke mit Automat für die BP-Card). Parken tut man wie gesagt im Norden, auf den Flächen eines der Aeroclubs ("Aeroclub du Var" und "Aeroclub du Soleil"). Moderate Parkgebühren. Es gibt ein kleines, gutes Restaurant ""Le Saint-Tex").

Um vom Platz wegzukommen, muss man ein Taxi rufen (0033 682836552 oder 664862266). Keine Mietwagen o.ä. Da der Platz weit weg vom Schuß ist, kostet ein Taxi bis nach Hyères ca. 70 Euro!

Wer allerdings nur übernachten möchte, findet, nur einige hundert Meter vom Abstellplatz entfernt, ein sehr schönes chambre d'hôtes, das Château Montagne.

Hyéres-Toulon (LFTH)

Mit PPR kann in der Nähe auch der der ebenfalls gemischt militärisch-zivile Flughafen Hyères-Toulon (LFTH) angeflogen werden. Das ist allerdings sagenhaft teuer und daher nicht zu empfehlen.

Le Castellet (LFMQ)

Der westlichste Flugplatz der Côte d'Azur. Von der Anlage her sehr schön; das Empfangsgebäude ist recht edel. Das gilt auch für die Damen, von denen man betreut wird. Direkt nördlich der Piste liegt die Rennstrecke "Paul Ricard". Diese darf aber nicht direkt überflogen werden.

ULs dürfen nur bei maximal 15 Knoten Wind fliegen.

Der Platz hat auch einfache IFR-Verfahren, allerdings mit hohen Minima, daher eher witzlos. Und: Es darf hier nur innerhalb der Betriebszeiten des AFIS geflogen werden, da man sonst nicht aus dem Flughafen raus kommt. Dies ist speziell abends zu berücksichtigen, wo der AFIS-Dienst recht früh eingestellt wird.

Es gibt Avgas und Jet, allerdings zu (für französische Verhältnisse) erhöhten Preisen. Auch die Lande- und Parkgebühren sind einen Tick höher als anderswo. Insgesamt aber alles noch im Rahmen. Es gibt eine kleine Cafe-Bar direkt im Empfangsgebäude.

Auch dieser Platz hat 2016 seinen Status als Grenzübergangspunkt verloren; Zollplatz ist er allerdings immer noch. Daher sind grundsätzlich weiterhin Flüge aus der und in die Schweiz möglich, denn die Schweiz ist ja Teil des Schengen-Raums. Direktflüge von und zu den Britischen Inseln z.B. (außerhalb Schengens) sind mittlerweile aber nicht mehr zulässig.

Taxis stehen nicht bereit, da der Platz nur recht wenig Verkehr hat und dieser außerdem rechts abseits liegt. Grundsätzlich sind mit Voranmeldung direkt am Platz Autos mietbar. Diese werden allerdings auch von einer Europcar-Station fernab des Platzes herbei geholt. Daher sind die Kosten hoch. Der Ort Le Castellet ist klein, aber ganz nett und ursprünglich.

Es gibt aber zwei Hotels in Platznähe (5 Sterne 100 Meter entfernt; 3 Sterne 600 Meter entfernt). Beide verfügen auch jeweils über ein Restaurant und holen vom Platz ab.

AKTUELL 2018: auch dieser Platz stellt sich seit den Anschlägen in Paris Ende 2015 komisch an; man besteht dort darauf, dass alle Ein- und Ausflüge aus Frankreich nur mit 24h Voranmeldung stattfinden (siehe NOTAM).

2. Die Provence

Die Provence ist eine ganz besonders bezaubernde Region Südfrankreichs. Bekannt ist die ländliche Provence für ihre kleinen Städtchen und Bergdörfer, die sanften Hügel und Berge, sowie im Spätsommer natürlich die berühmten Lavendelfelder. Auch Städte wie Avignon, Aix-en Provence und auch Marseille haben ihre Reize.

Fliegerisch ist die Provence ein absolut tolles Terrain. Lediglich der Marseiller Flughafen Marignane (LFML) vermiest den Spaß mit seinen hohen Gebühren. Zu bedenken ist auch, dass der Wind in der Provence (Mistral) häufig etwas pfeift; insbesondere sehr leichte Flugzeuge sollten also am Boden immer festgebunden werden. Im Flug kann es hier und da, insbesondere über hügeligem Terrain, etwas turbulent werden. Und: leider sind große Teile der Provence mit LF-Rs und militärischen Kontrollzonen zugepflastert. Hier kann man beim Blick auf die Karte schon etwas verzweifeln. Zum Glück ist da die französische ATC, welche das alles in der Praxis deutlich einfacher werden lässt.

Marseille

Wie soeben angeklungen, ist der Großflughafen der südlichen Provence, Marseille-Marignane (LFML) leider seit ein paar Jahren durch Pflicht-Handling sehr teuer geworden. Ca. 200-300 Euro kostet eine Landung hier nun. Dafür ist der Flughafen H24, mit allen nur erdenklichen Annehmlichkeiten. Es gibt gute Verbindungen in die Stadt. Avgas und Jet sind zu bekommen.

Als VFR-Alternative fällt sofort der kleine Platz Berre la Fare (LFNR) ins Auge. Er ist aber leider "usage restreint", was die Sache wiederum etwas verkompliziert. Daher ist letztlich Aix-Les Milles (LFMA) die beste VFR-Alternative für Marseille (siehe nächster Abschnitt).

Zunächst aber noch ein paar Tipps zur Stadt Marseille: sie ist die zweigrößte Stadt Frankreichs und gleichzeitig die wichtigste französische sowie eine der wichtigsten Hafenstädte ganz Europas. Touristisch ist sie weniger im Fokus; oft assoziiert mit Marseille wird die Kriminalität. Dies allerdings findet sich konzentriert nicht in der Innenstadt, sondern in den Stadtvierteln und Vororten im Norden. Dennoch sollte man natürlich immer mit einer gewissen Vorsicht unterwegs sein.

Beeindruckend ist der riesige alte, aber umso lebendigere Hafen (Vieux Port) von Marseille. Ebenso die Cathédrale Sainte-Marie-Maheure. Besonders schön ist der Ausblick über die Stadt von der Basilika Notre-Dame. Vom Alten Hafen aus kann man Bootstouren zur historischen Festung auf der Ile d'If unternehmen. Nur wenig südlich des Vielle Port gibt es einen kleinen Stadtstrand (Plage des Catalans). Insgesamt eine aufregende Stadt; wenn auch nicht ganz so pittoresk wie z.B. Avignon. Eben eine absolute Großstadt.

Aix-Les-Milles (LFMA)

Der Platz liegt ca. 25 Kilometer nördlich von Marseille, ein paar Kilometer außerhalb von Aix-en-Provence. Dank Autobahn ist die Strecke nach Marseille sehr zügig zu schaffen; auch mit dem Zug kommt man von Aix schnell dorthin. Außerdem ist auch die Stadt Aix, die historische Altstadt der Provence, sehr hübsch und einen Besuch unbedingt wert. Aber zunächst noch ein paar Infos zu LFMA:

Es handelt sich um einen sehr aktiven GA-Platz. Die Luftraumstruktur in der Umgebung ist allerdings wirklich etwas verwirrend. Der Tower hat sehr gute Öffnungszeiten, es gibt keine Mittagspause. Von daher sehr unproblematisch. Leider trotz Tower (und ATIS) keine IFR-Verfahren. Und kein Zoll. Der öffentliche Teil des Flughafens liegt östlich der Piste.

Die TOTAL-Tankstelle hat einen Automaten für die TOTAL-Tankkarte; man kann also autark tanken. Falls man keine TOTAL-Karte hat: Tankpersonal ist nur wochentags vor Ort. Auch wochenends kann man aber von einer der Flugschulen eine TOTAL-Karte bekommen. Dazu kann man sich entweder an die "deutsche" Flugschule (Aerozing) oder die französische Flugschule (Büro zwischen den Hangars) wenden. Bezahlung dann in bar. Geparkt wird immer Richtung Norden. Die Park- und Rollordnung ist etwas ungewöhnlich. Ösen im Boden sind teilweise vorhanden.

Es gibt derzeit kein wirkliches Restaurant am Platz. Zum Essen muss man in den Ort Les Milles spazieren (ca. 1 km der Flugplatzstraße nach Osten folgen). Dort gibt es ein paar Restaurants.

Nach wie vor kann man vor Ort nur die Parkgebühren bezahlen (es wird jeder angebrochene Tag abgerechnet...na ja..) und dies auch nur während der Öffnungszeiten des Büros. Landegebühr geht nur postalisch. Beide Gebühren sind aber absolut moderat. Es gibt auch einen Pilot Shop am Platz ("Sud Air Equipement"), der aber nur mitttwochs bis samstags geöffnet hat.

Leider kommt man vom Platz nicht sehr gut weg; es gibt keine Mietwagen direkt am Platz. Um eins zu nehmen muss man erst in die Stadt. Es fahren allerdings Busse (mehrere Linien) vom kleinen Bahnhof des Orts Les Milles aus (700 Meter zu Fuß). Wenn man dorthin nicht gehen kann oder will, braucht ein Taxi (ca. 20 Euro ins Zentrum von Aix).

Wichtig beim Thema Mietwagen-Reservierung: bei vielen Portalen hat man die Wahl, diesen entweder im Zentrum von Aix, oder am TGV-Bahnhof von Aix zu übernehmen. Aber Vorsicht: letzterer befindet sich nicht im Stadtzentrum, sondern weit außerhalb, mitten in der Landschaft! Daher sollte man eher "Stadtzentrum" vorziehen; das Taxi dürfte dann ein paar Euro weniger kosten. Von TGV-Bahnhof von Aix kommt man mit dem Zug in nur einer Viertelstunde nach Marseille.

Avignon-Caumont (LFMV)

Avignon wird häufig als eine der sehenswertesten Großstadt der Provence bezeichnet. Dabei wird sie in ihrer Größe häufig überschätzt - sie hat weniger als 100.000 Einwohner.

Da sie von 1309 bis 1423 Papstsitz war, trägt sie den Beinamen „Stadt der Päpste“. Die Altstadt von Avignon mit ihren prächtigen, mittelalterlichen Häusern ist von einer intakten und imposanten Befestigungsmauer umgeben. Die Altstadt mit dem gotischen Papstpalast (Palais des Papes) aus dem 14. Jahrhundert, der Bischofsanlage, dem Rocher-des-Doms und der berühmten Brücke, der Pont St. Bénézet, zählt zum UNESCO-Weltkulturerbe.

Obwohl die Stadt nicht riesig ist, hat sie einen "richtigen" Flughafen mit ein klein wenig Linienverkehr etc. Fliegerisch ist der Platz absolut unspektakulär und unproblematisch. Gebühren moderat. Zoll vorhanden, wenn auch nur mit 24h Voranmeldung. Auch hier gibt es in der Sommersaison oftmals ein NOTAM, welches für's Parken PPR fordert.

Bedingt durch die komplexe Luftraumstruktur machmal etwas hektischer VFR-Anflug (mitt Weitergabe von Orange an Avignon recht kurz vor dem Platz). Zu beachten ist sonst fliegerisch nur der meist starke Wind (Mistral).

Sprit gibt's mit TOTAL-Karte (von der festen Tanke) oder (per Laster und dann etwas teurer) per Kreditkarte. Wehrmutstropfen: Tie-Downs sind seit ein paar Jahren leider nur noch im Gras vorhanden, nicht mehr auf der Asphaltparkfläche (allerdings werden besuchende SEPs ohnehin gerne auf Gras, sprich den Apron A, geschickt). Es gibt ein italienisches Restaurant ("Le Mamma-Mia") am Platz. Auch ein ordentliches Hotel gibt es direkt außerhalb des Flughafens.

AKTUELL 2018: Auch hier ist es leider so, dass der Platz auch für Flüge innerhalb des EU-+Schengen-Raums nun 24h PPR haben will. Und auch hier gibt es dazu kein NOTAM, sondern nur einen Hinweis (und ein Online-Formular) auf der Website.

Aufgrund des (geringen) Linienverkehrs gibt es Mietwagen vor Ort, aber auch hier gilt: ohne Vorabreservierung geht fast nichts, denn häufig sind die Schalter unbesetzt. Wenn man nur nach Avignon möchte, kann man ein Taxi nehmen (kostet allerdings ca. 30 Euro) oder auch einen Linienbus.

Besonders zu empfehlen ist der Flughafen von Avignon aufgrund dessen Lage und der Mietautos nicht für den Besuch der schönen Stadt, sondern auch zum Erkunden des schönen Umlands, speziell der Gegend östlich der Stadt (Vaucluse). Hier gibt es nicht nur hübsche kleine Städchen und Dörfer, sondern auch die für die Provence berühmten Lavendelfelder. L'Isle-sur-la-Sorgue z.B. ist süß. Von dort kann man schöne Ausflüge in die Hügellandschaft der Vaucluse unternehmen. Für Rotweinfreunde ist natürlich ein Besuch von Châteauneuf-du-Pape Pflicht.

Der kleinere Flugplatz der Stadt, Avignon-Pujaut (LFNT) ist leider "usage restreint".

Eine weitere bekannte Stadt in der südlichen Provence, am Ostufer der Rhône, ist Arles. Diese hat leider keinen Flugplatz in der Nähe; wird daher meistens von Avignon (aber auch von Nimes) mit dem Mietwagen angefahren. Berühmt ist die Stadt Arles wegen ihrer in die verwinkelte Altstadt eingebettete Arena. Daneben gibt es ein paar weitere Sehenswürdigkeiten wie die Place de la République. Insgesamt bin ich persönlich aber kein Fan von Arles, weil mir persönlich das geordnete und gepflegte Stadtbild fehlt und die Stadt von Touris etwas zu überlaufen erscheint.

Carpentras (LFNH)

Wer direkt im schönen Gebiet der Vaucluse landen möchte, für den gibt es den Flugplatz vom Städtchen Carpentras, etwas nordöstlich von Avignon. Von hier aus ist es nicht weit zum berühmten Mont Ventoux, diesem 6000 Fuß hohen, kahlen Berg, der so deutlich aus der ihn umgebenden Landschaft heraussticht.

Leider keine Mietwagen direkt am Platz (dazu muss man mit dem Taxi in die Stadt). Auch kein Restaurant. Dafür geringe Gebühren und eben etwas ländlicheres Ambiente als in Avignon. Kein IFR, kein ATS. Es gibt eben Avgas 100LL gibt es auch UL91, welches dank normalem Kreditkartenterminal sogar in der Mittagspause zu haben ist.

Es gibt viele schöne Gasthäuser ("chambres d'hotes") in dieser Gegend, z.B. das Bastide Saint Didier. Der Eigentümer holt vom Flugplatz ab.

Montélimar (LFLQ)

Ganz am nördlichen Rand der Provence, im Rhone-Tal gelegen. Ein reiner GA-Platz mit sehr langer, breiter Grasbahn, die auch sehr eben ist. Kein ATS, keine Gebühren. Es wird die 123,5 für die Positionsmeldungen genutzt. Von Norden kommend muss man beim Einfädeln in die Platzrunde sehr auf die LF-P12 achten. Es gibt Avgas 100LL und Avgas UL91. Beide Tanken sind vom Club betrieben und haben kein Self-Service-Terminal; man braucht somit die Hilfe von jemandem vom Club (Bezahlung bar oder Karte). Das am Platz befindliche Restaurant "Air Escale" wird viel gepriesen, ist aber eher nur "ganz normal". Am Platz gibt es außerdem ein wohl recht beliebtes Jagdflugzeugmuseum (wochenends nur nachmittags geöffnet), allerdings 7 Euro Eintritt. In den direkt an den Flugplatz angrenzenden kleinen Ort Ancône kann man zu Fuß gehen. Selbst Montélimar selbst ist nur ca. 2,5 Kilometer entfernt. Ein Taxi (Tel. 0680735942, weitere Nummern per google), kostet ca. 10 Euro. Das Hotel Ibis Styles ist empfehlenswert. Montélimar (37000 Einwohner) ist ein recht nettes, hübsch angelegtes südfranzösisches Städtchen, allerdings ohne besondere Highlights. Für einen halben Tag absolut OK.

Vinon (LFNF)

Mitten im Zentrum der Region (aber fernab jeder Stadt) sei noch der Flugplatz Vinon (LFNF) genannt. Es gibt eine Avgas-Tanke von TOTAL mit Carnet-Automat.

Salon Eyguieres (LFNE)

Für den Süden der Region sei noch der Flugplatz von Salon genannt (LFNE, nicht mit dem Militärplatz LFMY verwechseln!).

Sainte Croix sur Verdon (LF0429)

Zum Schluß noch etwas zum Zunge schnalzen. Im Osten der Region gibt es ein besonderes Naturschauspiel, welches man sich (zumindest fliegend) nicht entgehen lassen sollte: den türkisfarben schillernden See "Lac de Sainte Croix" sowie den sich östlich direkt anschließenden "Canyon du Verdon"; eine sehr schmale Schlucht durch den der ebenfalls tief türkisfarbenene Fluß fließt, auf dem sich Touristen im Sommer vergnügen. An den umgebenden Felswänden üben sich Wanderer und Kletterer. Vorsicht ist ber geboten, weil direkt südlich eine LF-R anschließt, welche meistens aktiv ist.

Leider gibt es überhaupt keinen "richtigen" Flugplatz in unmittelbarer Nähe. Allerdings gibt es nahezu direkt am Ufer des Lac de Sainte Croix einen kleinen (Motor-)Segelflugplatz. Siehe hier das Flugplatzblatt von FFPLUM. Natürlich ist PPR erforderlich. Vom Platz sind es 15 Minuten zu Fuß zum Seeufer.

Der 15 Kilometer nördlich des Sees gelegene, vorwiegend als Segelflugbasis fungierende Flugplatz Puimoisson (LFTP) ist leider "usage restreint"; es kann aber natürlich eine administrative Genehmigung eingeholt werden (oder eben ohne eine solche angeflogen werden).


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